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Mai 2011 • 2. Mannschaft • 1. Verbandsliga Rheinhessen
Das höfliche Leichtgewicht
Mustafa Ilengiz bleibt am Tischtennis-Tisch stets Gentleman

Bild: Leichtgewicht mit schnellem Armzug: Mustafa Ilengiz beschleunigt die Zelluloidkugel beim Vorhand-Topspin binnen Sekunden-Bruchteilen auf Höchstgeschwindigkeit.
„Höflichkeit ist wie ein Luftkissen: Es mag zwar nichts drin sein, aber es mildert die Stöße des Lebens.“ (Arthur Schopenhauer) Die Worte des 1860 verstorbenen deutschen Philosophen könnten dem Leiselheimer Tischtennisspieler Mustafa Ilengiz geradewegs auf den Leib geschnitten sein. „Ich kenne kaum jemanden wie Mustafa, der Niederlagen im Sport mit derlei natürlicher Gelöstheit und Siege ohne jede Selbstgefälligkeit zur Kenntnis nimmt“, sagt Antonio Delle Rose über den Mitspieler. Ein Fluch ob eines Netzrollers oder Kantenballs des Gegners, der dem italienischen Heißsporn Delle Rose gerne einmal in der Muttersprache über die Lippen kommt, ist bei Ilengiz völlig undenkbar. „Beim Tischtennis gehören diese Bälle doch irgendwie dazu“, findet der 29-Jährige.
Ganz so, wie Mustafa Ilengiz auf Anhieb perfekt in jede Mannschaft passt, in welcher der leichtfüßige Angriffsspieler bislang der Tischtennis-Kugel nachjagte. „Mustafa hat man gerne im Team“, schwört Malte Kahl, der zusammen mit „Musti“ letzte Saison in der Verbandsliga-Truppe des TV Leiselheim II den Tischtennis-Schläger schwang, auf die unbestrittenen menschlichen Qualitäten seines Kumpels. Gerne hatte Malte Kahl „den Musti“ auch aus rein spielerischen Gesichtspunkten im letzten Saisonspiel beim Tabellendritten SG Frei-Laubersheim / Winzenheim / Hackenheim dabei.
Roch es doch bei einer 5:4-„Halbzeitführung“ der Wormser Vorortler beim Tabellendritten lange nach Sensation. Maßgeblich zum spannenden Spielverlauf hatte Mustafa Ilengiz beigetragen. Gegen das routinierte Abwehrass Oliver Renner lieferte Leiselheims Angreifer eine tolle Partie ab. Auf der einen Seite Renners lange Arme, die irgendwie jeden Ball erreichten. Auf der anderen Seite das technisch starke Leichtgewicht, welches „Krake Renner“ mit Schmetterbällen schwer unter Beschuss nahm. „Ein super Spiel zum Anschauen“, wie Malte Kahl befand. Und darüber hinaus ein schöner Fünfsatzsieg des Wormsers.
Zum Punktgewinn reichte es freilich nicht für die Angereisten. „Irgendwie passte die 7:9-Niederlage zum kompletten Saisonverlauf“, resümierte Malte Kahl die knappe Pleite. „Wir waren häufig dicht dran am Punktgewinn oder Sieg – gelangt hat’s meistens nicht.“ Typisch für Mustafa Ilengiz fiel auch das Fazit des 29-Jährigen aus: „Meiner Mannschaft blieb das Glück versagt, welches mir im Spiel gegen Oliver Renner hold war.“
1. Verbandsliga Rheinhessen
SG Frei-Laubersheim / Winzenheim / Hackenheim vs. TV Leiselheim II 9:7
Punkte TVL: Malte Kahl / Simon Kupczyk, Markus Kronauer, Paul Böhme (2), Mustafa Ilengiz, Antonio Delle Rose (2) und Simon Kupczyk (2)![]()
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März 2011 • 2. Mannschaft • 1. Verbandsliga Rheinhessen
Antonios aggressives Angriffsspiel
9:7-Heimsieg über TTC Wörrstadt kommt zu spät: Tischtennis-Verbandsligist TV Leiselheim II muss absteigen

Bild: „Du entwischst mit nicht!“ Mit magischem Blick nimmt Antonio Delle Rose die 40 Millimeter kleine Zelluloidkugel ins Visier.
Nur sein Kopf, der rechte Unterarm und der Tischtennisschläger in seiner rechten Hand befinden sich über Tischkanten-Niveau. Einer geschmeidigen Katze gleich erwartet Antonio Delle Rose tief geduckt den Aufschlag seines Gegenübers Stefan Kegel vom TTC Wörrstadt. Die Beute ist weiß, 40 Millimeter im Durchmesser, aus Zelluloid. Alles ist beim 45-jährigen Deutsch-Italiener in diesem Moment auf den gleich stattfindenden Treffpunkt zwischen Ball und seinem schwarzen Rückhand-Belag ausgerichtet. Der hoch entwickelte Gummi-Belag greift. Nach oben und etwas nach vorne bewegt sich Antonios Unterarm. Die 2,7 Gramm leichte Zelluloidkugel wird so in enorme Rotation versetzt.
In hunderten Trainingsstunden hat Antonio Delle Rose diesen Bewegungsablauf eingeübt. Bis er ihm in Fleisch und Blut überging. Jetzt – im Spiel mit dem 2011 noch ungeschlagenen Stefan Kegel – sitzt dieser Schlag ein ums andere Mal. „Endlich zahlt sich der Fleiß von Antonio aus“, sagt der Trainingskollege und Doppel-Partner Malte Kahl. Antonio Delle Rose macht sein vielleicht bestes Saisonspiel, zieht das aggressive Angriffsspiel von A bis Z durch. 3:1 Sätze für den Leiselheimer lautet das von den Mitspielern umjubelte Resultat. Sein Team, die zweite Herren-Mannschaft des TV Leiselheim, führt damit überraschend 8:6 gegen den favorisierten TTC Wörrstadt.
Der erste Saisonsieg der TVL-Zweiten ist in greifbarer Nähe. Und weil Markus Kronauer und Paul Böhme im Abschlussdoppel die gelben Farben vertreten, ist er auch sehr wahrscheinlich. Kronauer und Böhme haben zuvor nämlich schon fünf Punkte aufs Konto der Gastgeber gebucht. „Das müsste doch endlich klappen“, spekuliert Malte Kahl. Schnell allerdings sind die Sätze eins und zwei weg. Wieder nichts mit dem ersten Saisonsieg? Nein! Kronauer und Böhme schaffen die Wende in fünf Durchgängen. „Na also“, atmet Malte Kahl durch, „wenigstens steigen wir nicht ohne einen einzigen Sieg ab.“ Spät kam der – zu spät. Am Gang in die 2. Verbandsliga Rheinhessen ändert er nichts. Na ja, fast nichts, denn der kann nach dem 9:7-Erfolg über Wörrstadt nun mit erhobenem Haupte angetreten werden.
1. Verbandsliga Rheinhessen
TV Leiselheim II vs. TTC Wörrstadt 9:7
Punkte TVL: Markus Kronauer / Paul Böhme (2), Malte Kahl / Antonio Delle Rose, Markus Kronauer (2), Paul Böhme (2) und Antonio Delle Rose (2).
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Januar 2011 • 2. Mannschaft • 1. Verbandsliga Rheinhessen
Markus „unkaputtbar“
Markus Kronauer ist die Seele im Verbandsliga-Kader des TV Leiselheim

Bild: Auch wenn die lädierten Knie des 47-Jährigen doch mächtig zwicken: Markus Kronauer steht an der Tischtennisplatte ob einer fantastischen Technik immer noch seinen Mann.
Es liegt in seiner Natur. Markus Kronauer ist kein „Lautsprecher“. Keiner, der große Sprüche klopft, und dann „nur“ kleine Taten folgen lassen würde. „Viele Menschen verwenden mehr Zeit und Kraft daran, um Probleme herumzureden, als sie schließlich anzupacken“, gibt Markus Kronauer Einblick in seinen Erfahrungsschatz aus 47 Lebensjahren. Privat, beruflich und auch im Sportverein ist der Rheindürkheimer ein Mensch, der anderen ohne langes Federlesen hilft.
Gerade deshalb ist Markus Kronauer dieser Tage auch ein klein wenig zerknirscht. Gerne würde das Urgestein des TV Leiselheim seiner Tischtennis-Mannschaft, der Oberliga-Reserve des TVL, den Rücken noch mehr stärken, als er dies ohnehin schon tut. 13:9 lautet Kronauers Bilanz Mitte der Saison 2010/2011 im vorderen Paarkreuz der höchsten rheinhessischen Spielklasse. Für die meisten rheinhessischen Tischtennisspieler wäre ein solches Abschneiden Grund genug, um vor Glück meterhoch in die Luft zu hüpfen. Nicht so für Markus Kronauer. „Es geht halt momentan nicht mehr“, sagt der Filigrantechniker mit einem geradewegs entschuldigenden Ausdruck in der Stimme.
Der Grund für „das Spiel mit angezogener Handbremse“, wie Markus Kronauer dies selbst beschreibt, liegt an einer Verletzung beider Knie. Mittels Chondrozyten-Behandlung, der Nachtzüchtung von Eigen-Knorbel, hat der 47-Jährige („Es zwickt schon noch“) in einem langwierigen Prozess seine Knie wieder einigermaßen in Schuss gebracht. Ein dreiviertel Jahr konnte er deshalb kein Tischtennis spielen. Das tut er jetzt wieder, aber eben (noch) nicht so, wie es der Elektronikanlagen-Installateur gerne möchte.
Typisch für den Saisonverlauf des Tabellenletzten TV Leiselheim II war das erste Spiel 2011 in der Verbandsliga Rheinhessen. Die TVL-Zweite hatte DJK Büdesheim zu Gast. Markus Kronauer kam im Doppel an der Seite des Deutsch-Italieners Antonio Delle Rose irgendwie immer einen Tick zu spät an den Ball. Das wichtige Eröffnungsmatch der Partie ging deshalb 1:3 verloren. Schlimmer noch: Mit der Doppel-Niederlage des Topspielers „der Gelben“ sank bei den Teamkollegen das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit. Ein positiver mentaler Kick fehlte so, der Kronauers Mitstreitern Paul Böhme und Malte Kahl bei den folgenden denkbar knappen Einzel-Niederlagen womöglich den entscheidenden Anstoß versetzt hätte.
Dieser Anstoß blieb aus – die Partie ging 2:9 verloren. Einzig Markus „unkaputtbar“ Kronauer, wie die Mitspieler ihre Nummer eins hochachtungsvoll bezeichnen, brachte nach dem Doppelpunkt durch Malte Kahl und Simon Kupczyk noch etwas Zählbares aufs Habenkonto der Wormser Vorortler. Doch selbst, wenn sein Team diese Saison womöglich in die 2. Verbandsliga Rheinhessen absteigen wird, wirft der TVL-Routinier die Flinte keineswegs ins Korn. „In jedem Ende liegt auch ein Anfang“, beschwört Kronauer seine Truppe. „Dann steigen wir eben nächste Saison sofort wieder auf.“
1. Verbandsliga Rheinhessen
TV Leiselheim vs. DJK Büdesheim 2:9
Punkte TVL: Malte Kahl / Simon Kupczyk und Markus Kronauer
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August 2010 • 2. Mannschaft • 1. Verbandsliga Rheinhessen
Unmögliches möglich machen
TV Leiselheim II steht vor schwieriger Saison 2010/2011 in der Tischtennis-Verbandsliga Rheinhessen

Bild: Fußball, Basketball, Kraftsport, Tennis und Hockey beherrschen die Spieler des TV Leiselheim II schon. Jetzt muss es in der Saison 2010/2011 für Paul Böhme, Mustafa Ilengiz, Antonio Delle Rose, Malte Kahl, Simon Kupczyk und Markus Kronauer „nur“ noch mit dem Tischtennis klappen.
„Nicht weil es einfach ist. Nein, weil es schwierig ist.“ Die vor gut einem halben Jahrhundert gesprochenen Worte des charismatischen US-Präsidenten John F. Kennedy zur geplanten Landung eines amerikanischen Astronauten auf dem Mond besitzen auch heute noch in manchen Lebenslagen Gültigkeit. Gewiss kann sich davon die zweite Tischtennis-Herrenmannschaft des TV Leiselheim für die bevorstehende Saison 2010/2011 ein Scheibchen abschneiden. „Wir wissen, wir haben eine sportlich sehr schwierige Aufgabe vor der Brust“, ist für Simon Kupczyk das Unternehmen „Klassenerhalt der höchsten rheinhessischen Spielklasse“ ein ziemlich hartes Stück Arbeit. Aber der Teamchef der Leiselheimer Oberliga-Reserve weiß auch: „Gerade dieses Wissen um die Schwere der Aufgabe macht die Sache zugleich reizvoll.“
Klar, die Truppe um Simon Kupczyk hätte in der Vorsaison ob des beruflich bedingten Wegfalles von Spitzenspieler Christian Kaufhold, ob der fast ein Jahr andauernden Knieverletzung von Markus Kronauer, ob des langwierigen Ausfalles wegen des Bruchs zweier Finger der Schlaghand von Dennis Prasse und ob des dreimonatigen Frankreich-Schüleraustauschs von Janis Oberle die Flinte ins Korn werfen können. Vorgemacht hat das „den Gelben“ ja der TV Horchheim, der nach einem Achillessehnenabriss von Spitzenspieler Markus Decker kurzerhand mitten in der Saison sein Team aus der Verbandsliga zurück zog, um dann dieses Jahr eine Spielklasse tiefer wieder erfolgreich zu sein. „Diesen einfachen Weg wollten und werden wir nicht gehen“, sagt Leiselheims Tischtennischef Peter Dietrich voller Überzeugung, denn: „Verlieren gehört genauso zum Sport wie gewinnen.“
Das Comeback, der Heißsporn und die Abwehrschlacht
Wie aber soll der Klassenerhalt nun gelingen? Was spricht für die TVL-Zweite? „Da wäre zum einen das Comeback von Markus Kronauer zu nennen“, glaubt Peter Dietrich, dass der routinierte Filigran-Techniker seinem Team ordentlich Auftrieb gibt. Punkt zwei laut Dietrich: „Simon Kupczyk hat sich in der vergangenen Zeit spielerisch enorm verbessert, der sollte hoffentlich auch fleißig punkten.“ Außerdem: „Heißsporn Antonio Delle Rose wird seiner Truppe schon gehörig Dampf machen.“ Der temperamentvolle Deutsch-Italiener ist in Sachen Kampfgeist ohnehin immer ein Vorbild.
Paul Böhme indes hat bereits in zahlreichen Spielzeiten zuvor seine Tauglichkeit für die höchste rheinhessische Spielklasse unter Beweis gestellt. Bliebe also noch das hintere Paarkreuz mit den Verbandsliga-„Neulingen“ Mustafa Ilengiz und Malte Kahl. „Da muss man mal sehen, ob Mustafa und Malte das höhere Tempo der Verbandsliga mitgehen können?“, könnte laut Dietrich dort ein Knackpunkt der Saison 2010/2011 liegen. Sicher ist jedenfalls nicht nur für die Matches des eher defensiv eingestellten Allrounders Malte Kahl: Die Abwehrschlacht um den Klassenerhalt beginnt für die zweite Garnitur des TV Leiselheim mit dem ersten Ballwechsel der neuen Spielzeit.
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